Messerscharfe Kalkulation
Wer je ein Laguiole besaß, der weiß, dass es zwar zu den hochwertigsten Klappmessern gehört, aber es trotzdem Anforderungen an seinen Benutzer stellt, wie zum Beispiel, dass man es niemals zuschnappen lassen soll, weil dann die Klinge dann auf der Innenseite der Feder aufschlägt und es dann nicht mehr so perfekt zu funktionieren im Stande ist, wie es ihm bei sachgemäßer Handhabung möglich wäre. Was beim Laguiole einleuchtend scheint, gilt aber in der Regel nicht für den Bastler, der sich professionelles Werkzeug kauft, um es dann ohne entsprechende Sachkenntnis anzuwenden und sich dann zu wundern, dass das Ergebnis seiner Arbeit nicht mit der eines Handwerkers vergleichbar ist.
Vor allem im Bereich der Lackiertechnik ersetzt die sprichwörtliche Axt im Hause eben doch nicht unbedingt den Handwerker, dessen fachkompetentes Knowhow und seine meist langjährige Erfahrung ihn immer in den Vorteil vor dem Hobbyheimwerker setzt. Natürlich ermuntert die Werbung von Baumärkten dazu, möglichst viel selbst zu machen, denn das Sortiment, welches das herz jedes Heimwerkers höher schlagen lässt, wartet schließlich darauf, gekauft zu werden. Dazu kommt, dass Banken-, Wirtschafts- und Finanzkrisen einen das Geld vorsichtiger ausgeben lassen und so wird in dem Bereich gespart, den man glaubt, auch preisgünstig, weil selbst machen zu können. Gewiss kann man versuchen, einen Kratzer im Lack des Pkws mit Sprühlack aus der Dose verschwinden zu lassen, aber das hat natürlich nichts mit der Lackiertechnik vom Handwerker zu tun, der den Schaden dauerhaft reparieren würde, anstatt ihn kurzfristig zu übertünchen und zu riskieren, dass das Metall an der Stelle zu korrodieren beginnt.. In der Regel wird also die kurzfristige Geldersparnis zu langfristig höheren Verlusten führen.
… für professionelle Lackiertechniken vom Handwerker
Der Handwerker kennt und wendet beispielsweise auch unterschiedliche Lackiertechniken an, wie zum Beispiel das Spritzen und Sprühen von Lack mittels Druckzerstäubern und Kompressoren im Nieder- oder Hochdruck, beziehungsweise Airless-Spritzen, die Elektrotauchlackierung, das elektrostatische Spritzverfahren unter Verwendung von rotierenden Lackzerstäubern in einem elektrostatischen Hochspannungsfeld von 80 bis 150 kV oder das Coil-Coating, das vor allem für die Lackbeschichtung von Waschmaschinen Einsatz findet und bei welchem ein Metallband zwischen Walzen kontinuierlich mit Lack beschichtet wird, um anschließend über eine Ofenzone, zu laufen, wobei der Lack aushärtet. Natürlich wird ein Kratzer im Lack des Autos nicht mit solchen Lackiertechniken geflickt, sondern im Schichtaufbau repariert. Hierzu wird die Stelle abgeschliffen und mit einem neuen Grundanstrich versehen, welcher einerseits der Haftvermittlung mit dem Untergrund dient und andererseits Schutz vor Korrosion bietet. Dann folgt der Füller, der Unebenheiten ausgleicht und nach dem Trocknen sauber abgeschliffen wird. Anschließend wird die farbgebende Schicht aufgebracht, die dann noch einmal von der obersten Klarlackschicht bedeckt wird, welche für Glanz, Härte, Wetterbeständigkeit und Lichtbeständigkeit des Grundanstriches sorgt. Man erkennt daran den Aufwand, der mit einer Lackreparatur verbunden ist, wenn sie professionell durchgeführt wird. Dass dies seinen Preis kostet, ist unbestritten, aber das Ergebnis rechtfertigt den Preis eben auch genauso, wie das Laguiole teurer ist, als ein normales Klappmesser, aber ihm auch immer in der Qualität weit überlegen sein wird.
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